Die Südharzer Geotope des Prof. Dr.Jacob Friesen – 23. Juli 2017

Die Südharzer Geotope des Prf. Dr. jachob Freisen wurden bei einer Wanderung durch die Scharzfelder Buchenwälder erkundet. Einhornhöhle, Burgruine Scharzfels und Steinkirche sind erdgeschichtlichen und historischen Naturdenkmäler.

In einer auch als „Harzer Dolomiten“ bezeichneten Bergregion befindet sich nordöstlich von Scharzfeld eine der bedeutendsten Karsthöhlen des Harzes. Diese Höhle trägt den ungewöhnlichen Namen „Einhornhöhle“ und gehört zu den größten Schauhöhlen und Touristenattraktionen des nördlichsten deutschen Mittelgebirges. Die weitläufige Felsenhöhle im rund 270 Millionen Jahre alten Dolomit ist außerdem ein bedeutendes Natur- und Kulturdenkmal.

Die Einhornhöhle entstand durch chemische Verwitterungsprozesse, bei denen kohlensäurehaltiges Oberflächenwasser durch Spalten in das Dolomitgestein eindrang und dieses allmählich auflöste. Direkt unterhalb der Höhle befindet sich die deutlich verwitterungsbeständigere Grauwacke. Die Höhle weist ein hohes Alter von mehreren hunderttausend Jahren auf, wobei einige der Hohlräume im Dolomitgestein möglicherweise
sogar bereits mehrere Millionen Jahre alt sind.

Im Inneren der Naturhöhle gibt es eine beständige Luftfeuchtigkeit von nahezu 100 Prozent sowie das ganze Jahr über eine gleichbleibende Temperatur von etwa 7 Grad Celsius. Den Boden bedeckt eine lehmartige Substanz, welche beim Gehen weich und elastisch anmutet. Dieses Material füllt den größten Teil des unterirdischen Hohlraumes aus und erreicht an
einigen Stellen eine Mächtigkeit von bis zu 30 Metern. Es bewirkt eine relativ gleichmäßige Oberfläche ohne größere Unebenheiten und scharfe Kanten. Dadurch ist der Besuch der Höhle auch für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer geeignet. Bei diesem „Bodenbelag“ handelt es sich um eine Mischung aus den Überresten von Tieren und Pflanzen sowie von Sedimenten, welche im Verlauf der Jahrtausende durch die wechselnden natürlichen Eingänge in die Höhle gelangten.

In dieser Bodenschicht fanden Wissenschaftler bei Grabungen zahlreiche Tierknochen und Werkzeuge von Menschen. Das Alter der Fundstücke reicht dabei von der Steinzeit bis zur Neuzeit – also vom Faustkeil bis zu Cola-Flasche und vom Höhlenbären bis zu Tieren der Gegenwart. Dennoch wurde bisher nur die oberste Schicht dieser Verfüllung eingehender
untersucht. Bei Vorstößen in Bereiche tiefer als etwa zwei Meter dringen auch Forscher in unbekanntes Terrain vor. Viele Relikte aus längst vergangenen Epochen warten dort noch auf ihre Entdeckung. (Quelle: harzlife)

Es handelt sich um eine rundbogige Höhle in Dolomitfelsen. Sie ist etwa 28 m lang, 6 bis 8 m hoch und ebenso breit. In der Altsteinzeit diente die Höhle Rentierjägern als Lagerplatz. Im Mittelalter wurde sie zu einem Kirchenraum mit Friedhofsvorplatz, der ab dem 16. Jahrhundert in Vergessenheit geriet.

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