Besuch beim Alten vom Berge am 29. Mai 2022

Die Wollsackverwitterung ist eine spezielle chemisch-mechanische Variante der Verwitterung, welche typische Erscheinungsformen hervorbringt. Sie tritt bei massivem Gestein auf, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Meist ist diese Verwitterungsform im Granit anzutreffen, vereinzelt findet man sie aber auch bei Gneis, Sandstein und anderen festen Gesteinen.

Der Vorgang der Wollsackverwittung erfolgt immer unterirdisch und bringt stets abgerundete Formen hervor. Von diesen runden Formen ist auch der Name dieser Verwitterung abgeleitet, da die verwitterten Steine die Menschen einst an gestapelte Wollsäcke erinnerten. Bei den Gesteinen im Harzgebiet erfolgte die Wollsackverwitterung vorwiegend in der Zeit des Tertiär mit seinem feucht-warmen Klima.

Ein massiver Gesteinskörper bildet meist keine homogene Masse, sondern wird von feinen Spalten und Klüften durchdrungen. Durch diese dringt chemisch aggressives Wasser in das Gestein ein und beginnt dieses zu zersetzen. Wenn die Gesteinsspalten sich ungefähr rechtwinklig schneiden – was oft der Fall ist – werden somit grobe quaderförmige Blöcke vorgegeben. An den Ecken und Kanten dieser Blöcke haben Wasser und Säuren größere Angriffsflächen als an den Seiten. Dadurch werden alle spitzen und kantigen Stellen der Gesteinsblöcke im Laufe der Zeit abgerundet, es entstehen ellipsoidförmige Steinbrocken.

Durch ein Fortspülen der Bodenkrume und der Verwitterungsrückstände werden die abgerundeten Steinblöcke im weiteren Verlauf der Geschichte freigelegt und damit der Vorgang der Wollsackverwitterung beendet. Übrig bleiben oft abenteuerlich aussehende Felsformationen, welche auch als Felsenburgen bezeichnet werden. Diese Gebilde sind oftmals frei von jeglicher Vegetation und daher ein exponierter Blickfang in der Landschaft.

Beispiele für die Wollsackverwitterung gibt es im Harz vor allem im Bereich der drei großen Granitzonen. Einige typische Vertreter sind u.a. die Kästeklippe, die Hexenküche und die Mausefalle oberhalb des Okertals, die Hohneklippen und die Schnarcherklippen bei Schierke sowie die Teufelsmühle auf dem Ramberg.

Quelle: harzlife.de

Vor der imposanten Felsformation „Mausefalle“ stellten sich die Wanderer gerne auf.